Kuba Landwirtschaft

Kuba Landwirtschaft Bananen
Bananen warten auf den Abtransport

Kubas Landwirtschaft

 

Zucker 

Zuckerplantage

Zucker ist nach wie vor ein wichtiger Teil der kubanischen Wirtschaft mit einer grossen landwirtschaftlichen Nutzfläche, vielen Arbeitskräften sowie anderen Ressourcen, welcher direkt dieser Industrie zugeordnet sind.
Früher galt Kuba als einer der weltgrössten Zuckerproduzent und Exporteur von Zucker. Im Jahr 1989 wurde über 8 Mio. Tonnen Zucker produziert, doch diese Menge fiel bald einmal auf ca. 3,5 Mio. Tonnen in den Jahren 1994 bis 1995, dies bedeutete Negativrekord. Chronische Unterfinanzierung und Umweltkatastrophen waren die Gründe, dass die Zuckerproduktion dramatisch abnahm. Im Jahr 2002 wurde mehr als die Hälfte aller Zuckerrohrmühlen geschlossen, von 155 auf gerade mal 61. Im Zuge der Schliessungen wurde rund 60% der Zuckerrohr-Anbaufläche für andere landwirtschaftliche Erzeugnisse freigegeben. Im Jahr 2010 war die Produktion auf den niedrigsten Stand seit 1905 gesunken, wurden doch gerade mal 1,1 Mio. Tonnen produziert.
Ende September 2011 wurde vom kubanischen Ministerrat die Auflösung des 1964 geschaffenen und ursprünglich einflussreichen Zuckerministeriums beschlossen, an deren Stelle sollen die Aufgaben durch eine staatliche Holding übernommen werden. Nebenbei sollen weitere 5 unrentable Zuckermühlen (centrales) geschlossen werden. Das Ziel ist es nun, den defizitären Zuckeranbau wieder auf die Gewinnstrasse zu bringen, der Exporterlös sollen dringend benötigte Devisen ins Land bringen.
Anfang 2012 wurde dann in einem weiteren Schritt das Tor zur Deviseninvestition geöffnet.
Zusammen mit der brasilianischen Firma Odebrecht wurde ein entsprechender Vertrag geschlossen, dass diese für die kommenden 10 Jahre die Zuckermühle „5 de Septiembre“ bei Cienfuegos führen soll. Schon bald in der Saison 2010 – 2011 stieg die Ertrag erstmals wieder auf 1,2 Mio. Tonnen, in der laufenden Saison 2011 – 2012 stiegen dann die Erträge wieder auf 1,4 Mio. Tonnen, diese bedeutete seit 8 Jahren die beste Ernte. Das erklärte Ziel ist es nun, eine 20%-ige jährliche Steigerung zu erzielen, mit dem gesteckten Ziel, 2,5 Mio. Tonnen im Jahr 2015 zu erzielen.  Natürlich darf auch die so sehr wichtige Kuba Umwelt nicht vernachlässigt werden, kommen doch sehr viel Reisende der Natur wegen nach Kuba!

Tabak 

Zigarrenproduktion in Kuba

Nebst Griechenland besitzt Kuba die zweitgrösste Anbaufläche für Tabak. Im Jahr 2011 wurde Tabak auf einer Gesamtfläche von 16.400 Hektaren angebaut, somit ist die Tabakproduktion auf Kuba seit den 90-iger Jahren praktisch gleich geblieben.
Kubas Zigarren sind weltberühmt, somit verwundert es nicht, dass fast die gesamte Produktion exportiert wird.
Das eigentliche Zentrum des Anbaus liegt in der Provinz Pinar del Rio im Westen der Insel, damit ist Tabak der drittwichtigste Devisenbringer Kubas. Das Volumen der Zigarrenexporte wuchs 2011 um 9% im Vergleich zum Vorjahr und betrug 401 Mio. US$. Die beiden Hauptsorten, welche auf Kuba angebaut werden, sind Criollo und Corjo. 

Viandas 

Unter diesem Begriff sind auf  Kuba die energiehaltigen Agrarprodukte gemeint, so etwa Yuca, Malanga, Kartoffeln und Kochbananen (Gemüsebananen). Für diese landwirtschaftlichen Produkte wird eine Anbaufläche von 229.900 Hektaren benötigt.
Auf 89.000 Hektaren wird Yuca angebaut, welche ursprünglich aus der lateinamerikanischen Region, welche dort fast überall angebaut wird. Mit einer Jahresproduktion ist Kuba der zweitgrösste Produzent in der Karibik, die Produktion im Jahr 2010 betrug 399.400 Tonnen. Noch im Jahr zuvor war die Yuca-Produktion pro Hektar die niedrigste aller Karibikstaaten es erfolgte aber eine markante Steigerung von 2,5 auf 4,24 Tonnen pro Hektar. Fast die ganze Produktion wird in heimischen Küchen verwendet, ohne sie zuvor weiter verarbeitet zu werden. Ein eher kleiner Teil der Ernte wird in einer in Florida (Zentralkuba) gelegenen Fabrik zu Sorbitol (Süssstoff) verarbeitet. 

Kartoffeln

Pro-Kopf werden auf Kuba rund 25kg Kartoffeln verbraucht, hauptsächlich werden Pommes Frites (papas fritas) gegessen. Die dazu benötigte Anbaufläche beträgt rund 6.300 Hektar, welche einen Ertrag von 167.300 Tonnen ergeben. Die wichtigste Sorte ist die Desirée, Hauptanbaugebiet ist im Westen Kubas. Mittlerweile werden Saatkartoffeln lokal erzeugt, der Rest (ca. 40.000 Tonnen pro Jahr) wird teilweise aus Kanada und Holland importiert. Inzwischen baut Kuba mit Hilfe brasilianischer Experten auch Soja an.

Reis 

Der Reis spielt wie in vielen Ländern der Erde auch eine wichtige Rolle auf Kuba, der meiste Reis kommt aus dem Westen der Insel. Normalerweise sind dort zwei Ernten pro Jahr möglich. Die meisten Reisfarmen sind in staatlichem Besitz oder gehören den Genossenschaften. Im Jahr 2011 wurde auf einer Fläche von 177.500 Ha Reis angebaut, der Ertrag belief sich damals auf 459.700 Tonnen. Kuba gehört aber trotzdem zu den grössten Reisimporteuren der Welt, werden doch rund 60% importiert, dies entspricht einer Importmenge von über 400.00 Tonnen pro Jahr. Limitiert wird die Produktion durch steten Wassermangel, Kunstdünger und moderner Landwirtschaftstechnologie.
Die Erntemenge pro Hektar liegt deutlich unter dem Durchschnitt der lateinamerikanischen Staaten und derjenigen der Karibik.
Im Jahr 2011 haben Kuba und Vietnam ein Programm zum Technologietransfer abgeschlossen, welcher bis ins Jahr 2015 andauern soll, die jährliche Steigerung der Reisernte soll um 14 % steigen.
So werden in Pinar del Rio für diesen Zweck 100 Hektar Land vorbereitet, zugleich wird auf einer Forschungsstation mit 13 versch. Reissorten experimentiert. Insgesamt werden 100.000 Hektar Land für das Mammut-Projekt verwendet. Innerhalb dieses Projektes wurde im Jahr 2011 ein Ertrag von 4,7 Tonnen erzielt, für das Jahr 2012 sind 5,5 Tonnen pro Hektar eingeplant. Insgesamt soll die Reisproduktion intensiviert werden, um so die Importe aus dem Ausland zu verringern und um den Eigenbedarf steigern zu können. 

Zitrusfrüchte 

Rund 60 % der Zitrus-Produktion entfallen auf die Orangen, rund 36 % auf Grapefruit.
1991 wurde für die Zitrusproduktion erstmalig  eine ausländische Firma zugelassen: die Beteiligung einer israelischen Firma an einer Produktions-und Verarbeitungsanlage in Jagüey Grande, welche ca. 104 km östlich von Havanna liegt. Die Produkte werden hauptsächlich in Europa unter dem Namen „Cubanita“ vertrieben. 2011 wurden auf einer Fläche von 1.600 Hektar Zitrusfrüchte angebaut, der erzielte Ertrag belief sich auf 237.300 Tonnen. Der Anbau wird nun gezielt intensiviert, um den Eigenbedarf an Fruchtsäften zu decken und den Überschuss dann auch exportieren zu können. 

Kaffee  

Während der Saison 2011 – 2012 wurde auf Kuba 7.100 Tonnen Kaffee geerntet, rund 24 % mehr al im Vorjahr, wo man rund 6000 Tonnen ernten konnte, dies bedeutete zugleich ein historisch tiefer Wert. Nach offiziellen Angaben sind rund 85 % der Bohnen von hoher Qualität. Im Jahr 2012 soll die Anbaufläche von derzeit 7.100 auf 8.500 Hektaren gesteigert werden.
1959, also im Jahr der Kubanischen Revolution lag die Kaffeeproduktion noch bei rund 60.000 Tonnen. Seit diesem Zeitpunkt sank die Produktion kontinuierlich.
Analysten schätzen, dass rund 10 – 20 % der Ernte nicht in offiziellen Kanälen landete, trotz dem höheren Abnahmepreis. Man geht davon aus, dass dieser „Verlust“ auf den Schwarzmärkten landetet. Zwischen 2010 und 2011 musste Kuba 18.000 Tonnen Kaffee für den Eigenbedarf importieren. Zum subventionierten Verkauf über die Lebensmittelkarte wird der Kaffee derzeit mit Chicharros, einer kubanischen Erbsenart gemischt.
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